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Warum ein Gutachten

    Warndreieck aufstellen, Zeugen suchen, Fotos machen und Unfallbericht ausfüllen wir sagen Ihnen, woran Sie nach einem Crash denken sollten und wie Sie zu Ihrem Recht kommen

    Ein Knall, ein heftiger Ruck. Auf den ersten Blick ist nicht viel passiert: eine Beule im Heck und ein zerbrochener Blinker - ein Auffahrunfall, keine große Sache, aber immer ärgerlich und oft auch teuer. Fast zehn Mal pro Minute scheppert es auf deutschen Straßen. Bei großen Schäden und bei Verletzten kommt die Polizei. Aber bei leichten Blech- oder Bagatellschäden müssen Sie die Sache meistens selbst in die Hand nehmen, Hier lesen Sie, was Sie nach einem UnfaIl beachten sollten und wie Sie Ihr Recht bekommen.

    Unfallstelle sichern. Warnblinker setzen und das Warndreieck circa 50 bis 100 Meter vor der Unfallstelle gut sichtbar platzieren. In Städten ist es manchmal besser, das Warndreieck aufs Autodach zu stellen. Schauen Sie sich nach Zeugen um.

    Beweise sammeln. Notieren Sie sich die Personalien der Zeugen und fotografieren Sie die Unfallstelle. Zur Orientierung und um nachträglich vermessbare Punkte festzuhalten, sollten nicht nur die Autos, sondern auch markante Dinge zu sehen sein. Beispielsweise Kanaldeckel, Bäume, Verkehrsschilder oder Lichtmasten. Das hilft in Streitfällen dem Sachverständigen, die Standorte der Wagen zu bestimmen. Halten Sie bei Bagatellschäden die Positionen der Fahrzeuge mit Kreide (im Verbandkasten) fest und räumen Sie die Unfallstelle möglichst zügig. Hilfreich bei der Beweissicherung sind Unfallsets (gibt es in ADAC Geschäftsstellen) mit einer einfachen Kamera, Messband, Notizblock und Kreide.

    Unfallbericht erstellen. Am besten füllen alle Beteiligten gemeinsam einen Unfallbericht aus - Vordrudke gibt es für Mitglieder unter www.adac.de, im Europäischen Unfallbericht des ADAC (in sieben Sprachen) und im Infoblatt "Was tun nach einem Unfall", das gratis in GeschäftsstelIen erhältlich ist. Beschränken Sie sich auf Angaben zum Unfallhergang und zu den beteiligten Personen. Geben Sie auf keinen Fall ein Schuldanerkenntnis ab.

    Verhalten gegenüber der Polizei. Falls es heftiger gekracht hat, ist es ratsam, die Polizei zu rufen, ebenso bei Verletzten, ausländischen Beteiligten, Sprachproblemen oder großen Meinungsverschiedenheiten. Außer Angaben zu Ihrer Person und Ihrem Auto sollten Sie der Polizei nur dann etwas sagen, wenn Sie sich damit nicht belasten. Und erklären Sie sich mit einem Verwarnungsgeld (maximal 39 Euro) nur einverstanden, wenn Sie eindeutig an dem Unfall schuld sind.

    Schadenfeststellung. Wenn ein großer Schaden vorliegt oder sogar ein wirtschaftlicher Totalschaden zu befürchten ist, lohnt sich die Einschaltung eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen. Die Grenze für Bagatellschäden liegt in der Regel bei 715 Euro. Der Sachverständige stellt die Schadenhöhe fest. Das ist wichtig, bevor Sie reparieren oder eine Werkstatt beauftragen. Außerdem geht aus dem Gutachten hervor, ob die Schäden so gravierend sind, dass Sie eine Wertminderung geltend machen können. Wenn kein Bagatellschaden vorliegt, muss bei unverschuldeten Unfällen die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung die Kosten für den Gutachter übernehmen. Außerdem hat sie die Rechnung für Abschleppwagen und Reparatur zu bezahlen.

    Das steht Ihnen zu. Ist klar, dass Sie den Unfall nicht verursacht haben, sollten Sie oder ein Anwalt Ihre Schadenersatzansprüche rasch bei der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung anmelden. Sie können, solange Ihr Wagen in der Werkstatt ist, einen Metwagen nehmen. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht müssen Sie in der Regel mehrere Angebote einholen, um günstig zu fahren. Vorsicht: Überhöhte Tarife werden oft nicht erstattet. Wenn Sie nur kurze Strecken (weniger als 25 bis 30 km pro Tag) zurücklegen, müssen Sie andere Verkehrsmittel nutzen - die Kosten zahlt die Versicherung. Alternativ steht Ihnen eine Nutzungsausfallentschädigung zu: je nach Fahrzeuggröße zwischen 27 und 99 Euro pro Tag.

    Schmerzensgeld. Wurden Sie verletzt, kommt eine Schmerzensgeldforderung in Betracht. Um Art und Umfang der Verletzungen zu dokumentieren, sollten Sie nach dem Unfall schnell zum Arzt gehen.

    Unfallabwicklung. Bringen Sie Ihr Auto in eine Werkstatt Ihrer Wahl, reparieren selbst oder fahren mit dem beschädigten, aber verkehrssicheren Fahrzeug weiter. Reichen Sie die Werkstattrechnung ein oder rechnen Sie auf Basis des Gutachtens ab. Vorsicht, wenn Ihnen die Versicherung des Unfallverursachers anbietet, alles für Sie zu regeln: Abschleppen, Reparatur und Mietwagen. »Das hört sich zwar gut an«, sagt ADACJurist Paul Kuhn, »hat aber Haken und Ösen.« Oft werde nicht mit herstellergebundenen Werkstätten gearbeitet. Das könne später zu Problemen bei Kulanzfragen führen. Außerdem sieht Kuhn die Gefahr, dass Ansprüche gekürzt oder nicht berücksichtigt werden. Schließlich fehle die Beratung, was man mit dem kaputten Auto tun kann. Wer an seinem Wagen hängt und ihn trotz großer Schäden wieder in Schuss bringen lassen möchte, hat zum Beispiel einen Anspruch darauf, dass die gegnerische Kfz-Versicherung Kosten bis zu 30 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert trägt.

    Anwalt einschalten. Damit Sie in Zweifelsfällen alles bekommen, was Ihnen zusteht, schalten Sie am besten einen Anwalt ein - die Beratung durch einen ADAC-Vertragsanwalt ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Denn wenn Sie Ihre Rechte nicht kennen, zahlen Sie am Ende vielleicht noch drauf.


Quelle: ADAC motorwelt 10/2006